Der Dachstuhl einer Scheune von 1890
- Bauvorhaben
- Sanierung im Bestand, Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt, 2023
- Bauweise
- Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl, Eiche und Kiefer
- Baujahr
- um 1890
- Ersetzt
- 8 Sparren, 2 Pfetten, 1 Stuhlsäule
- Ergänzt
- 14 Kopfbänder, Windverband
- Dauer
- 5 Wochen, davon 3 auf der Baustelle
Ausgangslage
Die Scheune in Wohldorf-Ohlstedt war seit Jahrzehnten ein Lager und sollte Werkstatt und Atelier werden. Ihr Dachstuhl ist aus Eiche und Kiefer, mit Holznägeln verbunden und an der Westseite vom Regen geschädigt. Der Vorbesitzer hatte dort mit Stahlwinkeln und Bauschaum nachgeholfen.
Was wir gemacht haben
Zuerst haben wir jedes Holz einzeln geprüft und auf dem Plan markiert: grün bleibt, gelb wird verstärkt, rot kommt raus. Rot waren acht Sparren, zwei Pfetten und eine Stuhlsäule. Die neuen Hölzer haben wir in Eiche abgebunden und mit denselben Verbindungen eingebaut wie die alten: Zapfen, Versatz, Holznagel. Stahl haben wir nur im Windverband verwendet, wo die Statik es verlangt hat.
Bautagebuch
- Woche 1
Bestandsaufnahme mit Taschenmesser, Lampe und Feuchtemessgerät. Mein Vater kommt mit, weil er solche Dachstühle noch gelernt hat. Jedes Holz bekommt eine Nummer, der Plan wird von Hand gezeichnet.
- Woche 2
Abbund in der Halle. Die Zapfen an den neuen Eichenhölzern stemmen wir von Hand, damit sie genau in die alten Verbindungen von 1890 passen.
- Woche 3 und 4
Einbau. Das Dach bleibt gedeckt, wir arbeiten von innen und stützen abschnittsweise ab. Dann kommen die alten Sparren heraus und die neuen hinein, zuletzt treiben wir die Holznägel ein.
- Woche 5
Kopfbänder, Windverband, Abnahme mit dem Statiker. Die Westseite bekommt vom Dachdecker eine neue Deckung.
Ergebnis
Von 46 Sparren mussten wir acht ersetzen, die übrigen 38 tragen weiter.
Jan Ravensholt, Zimmerermeister